Willkommen in Ahrensfelde
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Bunte Kunst für Kinder, Knackis und Büros

03338/7073767 03338-7073767 033387073767
Künstlerin
Julia Tucholke
Telefon:0 33 38/7 07 37 67
Website:www.kunst-bilder-fliesen.de

Leben im Hexenhaus

Stand: November 2018

Das mit Sicherheit ungewöhnlichste Haus von Ahrensfelde muss man erst mal finden: Es liegt abseits der Hauptstraßen, fast versteckt zwischen Wald und Wiesen.

Was Julia Tucholke geschaffen hat, ist ein Hexenhaus mit vorwiegend Blautönen, bei dessen überaus fantasievoller Gestaltung mit Mosaiksteinen der österreichische Künstler Friedensreich Hundertwasser durchaus Pate gestanden haben könnte. Damit sieht man bereits von außen, was drinnen „steckt“.
Bei Julia Tucholke handelt es sich um eine Künstlerin, die Farbe liebt und die in so vielen Techniken zuhause ist, wie kaum eine ihrer Kolleginnen.

Gegenstandslos oder putzig?
Bei ihr geht die Spanne von spannenden großflächigen gegenstandslosen oder zum Raten einladenden Gemälden bis zu originellen Figuren, die sie mit selbst hergestelltem Filz kreiert. Die Ahrensfelderin versteht sich in so unterschiedlichen Verfahren wie dem filigranen Seidenmalen und genauso bei Glaskunst, wo per Schmelztechnik bei enorm hohen Temperaturen verschiedene Glassorten mit anderen Materialien zu einem Gesamtkunstwerk „entbrennen“. Die Künstlerin schafft transparente Fensterbilder. Sie hat ein Händchen für Keramik und bunt-kunstvolle Fliesen, wie die Außenwände ihres zusammen mit Ehemann Burkhardt Tucholke renovierten Siedlerhauses aus den 1930-er Jahren zeigen. „Es war für den Abriss vorgesehen, das tat uns leid“, berichten sie, wie daraus ein Schmuckstück von Ahrensfelde wurde.

Kunst aus der Wiege?
Offenbar hatten ihr die Eltern viel von ihren Genen in die Wiege gelegt. Vater Dieter Tucholke war ein bekannter Maler und Grafiker. Dessen Jugendliebe aus Studentenzeiten, Barbara Tucholke, machte mit Berlin-Ansichten von sich reden. Sie hatte ihre künstlerischen Wurzeln wiederum von ihrem Vater. Werner Hempel war ein bekannter Bildhauer aus Dresden, der unter anderem für die Rekonstruktion von im Krieg zerstörten Statuen tätig war.

Erfolgreicher Start
Gleich nach dem Studium erlebte Julia Tucholke im Zuge der Aufbruchsstimmung der Wendejahre ihren künstlerischen Durchbruch: „Es entstanden viele neue Büros und Praxen. Meine Bilder waren dafür sehr gefragt.“ Besonders stolz ist sie auf die Ausgestaltung des Eingangsbereichs von „Spreequell“.
Da sie trotz aller Vielseitigkeit kein Vertrauen in Kunst als Lebensunterhalt hatte, gründete sie einen Copyshop im damals gerade aufblühenden Berlin-Karow. „Das ging 16 Jahre gut, bis jeder einen eigenen Drucker zuhause hatte und wir überflüssig wurden“, blickt sie zurück.

Mit Kügelchen in den Knast
So kam sie auf die Idee, sich in der neuen Heimat Ahrensfelde, wo das Ehepaar seit 2002 lebt, mit runden Kügelchen in ein neues Wagnis zu stürzen. Ihre „Perlenscheune“ ist mittlerweile bundesweit bekannt. Per Internet kann man sich hier Perlen aus den unterschiedlichsten Materialien bestellen.
Das Besondere: Durch ihre spezielle Zusammenstellung, auf die die Besteller keinen Einfluss haben, gibt sie ihre künstlerische Inspiration weiter: „Neben privaten Fans bestellen oftmals Kitas bei mir. Andererseits habe ich schon ein Frauengefängnis beliefert“, beweist sie hier ebenfalls ihren Sinn für ungemein große Bandbreite. Schade nur, dass die Insassinnen sicher wenig Chancen hatten, sich einen so farbigen Ausblick zu schaffen wie Julia Tucholke mit ihren Fensterbildern, die einen ganz neuen Blick auf den schönen Garten im idyllischen Elisenau vermitteln!